Eigentlich mag ich ja gar keine Rennboote, aber.....

dann war da dieses unverschämt günstige Angebot von C..... Elektronik, bei dem ich einfach nicht "Nein" sagen konnte und schon hatte ich eine Magin One der Firma robbe gekauft.

Nach einer Weile hatte ich dann auch Zeit und Lust mich mit dem gelben Plastikboot zu beschäftigen. Wie man ein Baukastenmodell gemäß Bauanleitung zusammenbaut will ich hier nicht weiter erläutern. Entsprechende Bauberichte gibt es im Internet, bei denen von ähnlichen Erfahrungen berichtet wird, wie ich sie gemacht habe.
Sehr schnell hatte ich jedoch gesehen, daß zu dem Baukasten ein weiterer Motorisierungssatz gehört, der für viel Geld dazugekauft werden muß. Zusammen mit den Erfahrungen anderer Magin One Besitzer (aus dem Internet) war dann schnell für mich klar, daß diese Art der Motorisierung für mich nicht in Frage kam. Alle Quellen berichten von starken Wippbewegungen des Bootes, das auf den zu steilen Einbau der Antriebswelle zurückzuführen ist. (Kann man auch auf dem robbe Verkaufsvideo sehen)

Ich fing dann an mich an den Originalen zu orientieren. Im Internet fand ich schnell eine Adresse für Antriebe von Offshore Rennbooten: ARNESON
Dieser Antrieb sollte in meine Magin One eingebaut werden. Der ARNESON Antrieb besteht aus einem Oberflächenpropeller, der an einer in alle Richtungen schwenkbaren verlängerten Antriebswelle am Heckspiegel angebracht ist. Diese Welle läßt sich auf und ab trimmen um mit dem Boot eine optimale Lage auf dem Wasser zu erreichen. Seitlichliches schwenken des Antriebes lenkt das Boot nach Steuerbord bzw. Backbord. Für die Stellkräfte sind dazu Hydraulikaggregate notwendig.
Der ARNESON Antrieb wurde dann folgendermaßen im Modell umgesetzt:

Ein Kreuzgelenk sorgt für die notwendige Bewegungsmöglichkeit. Die Antriebswelle selbst besteht aus Edelstahl und läuft in einem wassergeschmierten Polyamidlager. Zur Richtugsstabilität ist an der Unterseite eine kleine Finne angelötet (wie im Original). Die Positionierung dieser beweglichen Welle wird seitlich und von oben durch zwei Servos realisiert. Diese sind jeweils mit einer Verbindungsstrebe mit der Antriebswelle verbunden. Faltenbälge aus Gummi machen die Sache wasserdicht. Damit ging schon mal die Bewegung Rechts / Links.

Der Antrieb besteht aus einem Elektromotor vom Typ CE-4, der bei 1:10 Modellrennautos gern eingesetzt wird. Die Drehzahl liegt irgendwo bei über 10.000 U/Min und ist absolut billig. In Verbindung mit meinem selbst entwickelten Drehzahlsteller (nicht Drehzahlregler) ist damit auch die Komponente Vorwärts, Stop, Rückwärts gegeben.

Bleibt noch die Trimmung! Erfahrungsberichte von ARNESON Bootsbesitzern haben mir dann schließlich den richtigen Weg gezeigt. Bei niedrigen Geschwindigkeiten wird der Antrieb nach unten getrimmt. Bei zunehmender Geschwindigkeit wird dann der Antrieb nach oben getrimmt, bis schließlich die Antriebswelle waagerecht zur Bootsunterseite steht. Von einem Kiel kann man hier nicht sprechen, weil diese Art von Booten oft keinen Kiel haben, sondern nur eine Abrißkante.

Nun mußte nur noch mein Drehzahlsteller im Hinblick auf Hardware und Software um eine geschwindigkeitsabhängige Servosteuerung erweitert werden und fertig war mein Powertrim. Mit nur 6 MiMH Zellen und einem Gesamtgewicht von nur 1700gr. ist das Rennboot ein absolutes Leichtgewicht.

Die Fahreigenschaften sind für ein Rennboot typisch. Wenn die Gleitphase des Bootes erst einmal erreicht ist, läuft es recht zügig ohne Wippbewegungen über den See. Es reagiert prompt auf Lenkbefehle der Fernsteuerung und hat einen guten Geradeauslauf. Nachdem ich das Boot vom äußeren Erscheinungsbild etwas verändert habe und den Namen El Toro gegeben habe, macht mir mein erstes Baukastenmodell richtig Spaß.

Video von El Toro. Größe ca. 3 MB

Also, na ja, ich glaube dieses Rennboot mag ich doch!

J.-Heiko Dinter

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